Vom Erzeuger ins Verkaufsregal

Käse aus Frankreich, Kiwis aus Neuseeland, Lachs aus Norwegen: Bei deutschen Groß- und Einzelhändlern finden Verbraucher frische Ware aus aller Welt. Was früher als exotisch galt, ist für viele heute eine Selbstverständlichkeit. Zu verdanken ist die große Auswahl und Verfügbarkeit einer präzisen Logistik, die dafür sorgt, dass die Ware in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt.

Lieferketten und Rückverfolgbarkeit

Wo wurde der Lachs gefangen? Von welchem Rind stammt das Filet? Immer mehr Kunden interessieren sich für die Herkunft von Fisch oder Fleisch. Großhandelskunden wie Restaurantbesitzer, Caterer oder kleinere Händler müssen zunehmend auch ihren eigenen Kunden und den Behörden gegenüber auskunftsfähig zur Herkunft beispielsweise von Frischfisch sein. Um diese Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen, nutzen einige Handelsunternehmen bereits hochentwickelte Technologien und können so die Herkunft von frischen Produkten transparent darlegen. Lückenlose Rückverfolgbarkeit ist das Stichwort.

Hohe Kundenansprüche

Heute erwartet der Kunde in der Obstauslage neben regionalen Früchten zum Beispiel auch eine breite Auswahl von Spezialitäten aus fernen Ländern – und das stets in guter Qualität und zu attraktiven Preisen. Der Handel übernimmt für ihn dabei eine Schnittstellenfunktion: Er verhandelt mit zahlreichen Erzeugern und Lieferanten und sorgt dafür, dass die Ware jederzeit in den Märkten verfügbar ist. Die hohen Ansprüche der Kunden machen jeden Tag tausende von Transportvorgängen erforderlich, die Nachfrage bleibt konstant hoch. Beispiel Ananas: 2012 wurden allein in Deutschland mehr als 164.000 Tonnen frische Früchte verkauft.1 Doch wie gelangt die Ananas vom Produzenten bis zum Verbraucher?

1 Statistisches Bundesamt, Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Referat 123 

Weite Transporte, komplexe Logistik

Startpunkt der Lieferkette, die in der heimischen Obstschale endet, sind Ananasplantagen in Ländern wie Costa Rica, Ghana oder der Elfenbeinküste. Dort wird die Frucht von der Staude geerntet, vor Ort gereinigt, sortiert und in Container verladen. Ihr Weg führt zunächst auf ein Schiff, das Häfen wie Antwerpen, Hamburg oder Rotterdam ansteuert. Von dort aus fahren weitere Schiffe mit der umgeladenen Ware über den Rhein bis ins Ruhrgebiet oder weiter. Die Ananas muss dabei wie jede Frischware – also Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch – stets gekühlt transportiert werden, damit sie frisch bleibt. Das bedeutet eine zusätzliche Herausforderung für die Logistik: Die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Dazu sind in allen Transportmitteln und in allen Lagerräumen Kühlanlagen eingebaut, die die Früchte auf einer konstant niedrigen Temperatur halten – ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung der Frischequalität.

Bestellt und angeliefert

Nach Ankunft im Hafen wäre es theoretisch die einfachste und schnellste Möglichkeit, wenn der Hersteller die Ananas direkt zum Händler liefern würde. Dies bietet sich jedoch nur bei kurzen Transportwegen und sehr großen Abnahmemengen an. Weitaus häufiger werden die Produkte über Zwischenlager an die Märkte verteilt. Auf diesen so genannten Umschlagplattformen werden die Kartons mit den Warenlieferungen unterschiedlicher Hersteller angenommen und für die Auslieferung zusammengestellt – der Fachmann spricht von "kommissionieren". Anschließend werden sie an die Märkte geliefert. So lassen sich auch geringe Mengen, die dem Tagesabsatz entsprechen, täglich frisch für die Kunden bereithalten.

Frische und Herkunft jederzeit überprüfbar

Gerade bei Frischwaren spielt der Zeitfaktor, aber auch der lückenlose Herkunftsnachweis über die gesamte Lieferkette eine wichtige Rolle. Besonders deutlich wird das am Beispiel Frischfisch: Vom Kutter bis zum Kühlregal vergehen oft nicht mehr als 48 Stunden. Einhergehend mit den optimierten Lieferketten lässt sich für den Kunden mit Hilfe digitaler Technologien immer häufiger nachvollziehen, woher genau der Frischfisch kommt.

So bietet beispielsweise das Großhandelsunternehmen METRO Cash & Carry seit Sommer 2014 eine innovative Möglichkeit zur Rückverfolgung von sensiblen Produkten. Über eine Smartphone-App können die Kunden schon beim Einkauf detaillierte Produktinformationen wie Tierart, Herkunft oder Fangmethode abrufen.
Das EHI Retail Institute hat diese Lösung im Februar 2015 mit dem Retail Technology Award Europe (reta) ausgezeichnet.

Die METRO GROUP hatte ihr Rückverfolgbarkeitssystem erstmals Mitte 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt. Inzwischen können die Kunden in allen METRO Cash & Carry Großmärkten in Deutschland Fleisch- und Fischprodukte bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen. 

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